Das Leipziger Vocalensemble

Das Leipziger Vocalensemble wurde 1976 vom späteren Thomaskantor Georg Christoph Biller und weiteren ehemaligen Thomanern gegründet und hat sich seither zu einer anerkannten Größe im Musikleben Leipzigs entwickelt. Dem Chor gehören heute etwa 45 Mitglieder an, die die Freude am gemeinsamen Musizieren auf höchstem Niveau eint. Das besondere Anliegen des Leipziger Vocalensembles ist die Aufführung selten zu hörender geistlicher Chormusik von der Renaissance bis zur Gegenwart. Ein weiterer Schwerpunkt des breiten Repertoires ist die Pflege der Chorwerke Johann Sebastian Bachs. Zudem macht sich der Chor seit vielen Jahren um die Musik des Leipziger Komponisten Johannes Weyrauch (1897-1977) verdient.

Das Profil des Leipziger Vocalensembles wurde maßgeblich durch seine Chorleiter Georg Christoph Biller (1976-1998), David Timm (1998-2006), Philipp Amelung (2006-2011) und Ulrich Kaiser (2012-2017) geprägt. Seit 2018 wird der Chor von Sebastian Reim geleitet. Reim ist Mitglied des MDR Rundfunkchores und tritt deutschlandweit auch als Tenorsolist auf. Er war Mitglied des Dresdner Kreuzchores, Leiter der Hallenser Madrigalisten und ist darüber hinaus als Chorleiter und Cembalist/Organist tätig.

Die Heimat des Leipziger Vocalensembles ist die Thomaskirche. Hier gestaltet der Chor mehrmals im Jahr die Motetten, Kantaten und Gottesdienste. Neben viel beachteten Aufführungen des Weihnachtsoratoriums, der Passionen und der Motetten von Johann Sebastian Bach erklangen auch das „Deutsche Requiem“ von Johannes Brahms sowie das zeitgenössische Passions-Oratorium „Deus Passus“ von Wolfgang Rihm.

2017 wirkte das Leipziger Vocalensemble im Rahmen des 500-jährigen Reformations-Jubiläums bei der Open-Air-Performance "Zum Licht" auf dem Leipziger Markt mit. Zu den musikalischen Höhepunkten des Jahres 2016 zählten Konzerte des Leipziger Vocalensembles mit englischer Kathedralmusik des 19. und 20. Jahrhunderts im Berliner Dom und in Leipzig sowie die Aufführung wiederentdeckter Barockmessen von Johann David Heinichen und Antonio Caldara gemeinsam mit der Neuen Pohlnischen Capelle.

Das Leipziger Vocalensemble war gemeinsam mit Thomanerchor, Gewandhauschor und Gewandhausorchester an Fernseh- und Rundfunkproduktionen im Leipziger Gewandhaus mit der Aufführung chorsymphonischer Werke beteiligt, darunter die "Missa profana" von Heinz Werner Zimmermann, die „Psalmen Davids“ von Krzysztof Penderecki und das „Requiem“ von Max Reger. In den Jahren 2009 und 2010 musizierte der Chor im Rahmen des Gedenkkonzerts zum Todestag von Johann Sebastian Bach, das von 14 Rundfunkstationen europaweit live aus der Leipziger Thomaskirche übertragen wurde.

Das Leipziger Vocalensemble arbeitet regelmäßig mit namhaften Orchestern zusammen, darunter der Lautten Compagney Berlin, dem Michaelis Consort Leipzig, dem Leipziger Barockorchester, der Neuen Pohlnischen Capelle und dem Mendelssohn Kammerorchester. Mehrfach trat das Leipziger Vocalensemble bei den Händelfestspielen in Halle, beim Bachfest Leipzig und dem MDR-Musiksommer auf. Konzertreisen führten den Chor bisher durch ganz Deutschland, nach Dänemark, England, Südafrika, Estland und in die Schweiz.

Das musikalische Schaffen des Leipziger Vocalensembles wird durch CD-Produktionen mit Chorwerken des Leipziger Komponisten Johannes Weyrauch sowie der Markuspassion von Johann Sebastian Bach dokumentiert. 2015 erschien eine Einspielung des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach.

 

Torsten Loschke

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    Das Leipziger Vocalensemble ist Mitglied im Verband Deutscher KonzertChöre.